Technik statt Bauchgefühl
Richtig packen: Anleitung für den Umzug
Gut gepackt heißt: kein Karton über 20 Kilo, nichts wackelt beim Anheben, jede Kiste ist oben und an einer Seite beschriftet. Packen Sie von selten benutzt zu täglich gebraucht, also Keller und Dachboden zuerst, Küche und Bad zuletzt. Diese Reihenfolge spart am Umzugstag mehr Zeit als ein zusätzlicher Helfer.
- Höchstens 20 Kilo je Karton
- Bücher in kleine Kartons, Kissen in große
- Geschirr stehend packen, nicht flach stapeln
- Beschriftung oben und an einer Längsseite
- Schrauben in Beutel direkt ans Möbelteil
Packen in Zahlen
- 20 kg
- Obergrenze je Karton
- darüber reißen Griffe und Boden
- 2 Seiten
- Beschriftung
- oben und an einer Längsseite
- 65 l
- Fassungsvermögen
- Standardkarton, bei Büchern halb füllen
- 24 Std.
- Kühlschrank abtauen
- vor dem Umzugstag, sonst läuft Wasser
- 36 €
- Zwei Packhelfer je Stunde
- ohne Fahrzeug, Material getrennt
Die Reihenfolge: von selten zu täglich
Beginnen Sie dort, wo Sie am wenigsten hinkommen. Keller, Dachboden und Abstellraum lassen sich drei bis vier Wochen vor dem Termin komplett packen, ohne dass im Alltag etwas fehlt. Danach folgen Bücher, Dekoration, Saisonkleidung und Reserveglas aus der hintersten Schrankreihe.
Sortieren Sie beim Packen aus, nicht danach. Jeder Gegenstand geht ohnehin einmal durch Ihre Hände, das ist der günstigste Moment für die Entscheidung. Was nicht mitkommt, gehört auf einen eigenen Stapel: verkaufen, verschenken, entsorgen. Größere Mengen holen wir im Rahmen einer Entrümpelung gleich mit ab.
Packen Sie zimmerweise statt nach Kategorien. Ein Karton mit Inhalt aus vier Räumen lässt sich am Zielort nirgendwo abstellen und wird zum Wanderpaket. Bleibt der Inhalt eines Kartons in einem Zimmer, steht er nach dem Ausladen sofort richtig.
Gewicht, Größe und Verteilung
Ein Standardumzugskarton fasst rund 65 Liter. Füllt man ihn komplett mit Büchern, liegt er bei über 30 Kilo, und dann reißen entweder die Griffe oder der Boden. Als Obergrenze haben sich 20 Kilo bewährt, das entspricht etwa der halben Füllhöhe bei Büchern und der vollen bei Kleidung.
Die Regel ist einfach: schwere Dinge in kleine Behälter, leichte in große. Bücher, Werkzeug und Konserven gehören in kleine oder halb gefüllte Kartons, Bettzeug und Kissen in die großen. Wer umgekehrt packt, hat am Ende Kartons, die niemand tragen kann, und Kartons voller Luft, die unter Last einknicken.
Kartons werden randvoll gepackt, aber nicht überfüllt. Der Deckel muss flach schließen, sonst lässt sich nichts stapeln, und Stapelbarkeit ist im Fahrzeug die halbe Ladungssicherung. Hohlräume füllen Sie mit Handtüchern oder Papier auf.
- Bücher und Werkzeug: kleine Kartons, höchstens halb voll
- Kleidung, Bettzeug, Kissen: große Kartons randvoll
- Geschirr und Glas: mittlere Kartons mit Polsterung
- Boden mit Klebeband kreuzweise verstärken
- Deckel flach schließen, damit gestapelt werden kann
- Hohlräume mit Papier oder Textilien ausfüllen
Zerbrechliches sicher verpacken
Teller werden stehend gepackt, hochkant wie Schallplatten im Regal. In dieser Position halten sie Druck von oben aus, flach gestapelt brechen sie beim ersten Schlagloch. Zwischen die Teller kommt jeweils eine Lage Papier, unten und oben eine dicke Polsterschicht.
Gläser wickeln Sie einzeln ein und stellen sie ebenfalls aufrecht. Stielgläser bekommen zusätzlich Papier in den Kelch. Wenn der Karton fertig ist, heben Sie ihn an und schütteln kurz: Hören oder spüren Sie Bewegung, fehlt Füllmaterial. Dieser Schütteltest dauert zwei Sekunden und rettet ganze Service.
Bilder und Spiegel fahren senkrecht, nie liegend. Rahmen werden über Eck gepolstert, die Glasfläche bekommt ein Kreuz aus Klebeband oder eine Pappe davor. Fernseher stehen ebenfalls aufrecht, am besten im Originalkarton. Für gerahmte Kunst und empfindliche Stücke planen wir gesondert, das gehört in die Besichtigung.
Beschriften, damit das Ausladen schnell geht
Auf jeden Karton gehören drei Angaben: Zielzimmer, grober Inhalt und eine laufende Nummer. Geschrieben wird auf die Oberseite und auf eine Längsseite, denn sobald gestapelt wird, sieht niemand mehr den Deckel. Ein Farbpunkt je Zimmer beschleunigt das Ausladen zusätzlich, weil das Team nicht lesen muss.
Führen Sie eine kurze Liste mit den Nummern und dem Inhalt auf dem Handy. Wenn nach dem Umzug der Föhn fehlt, finden Sie ihn in einer Minute statt in einer Stunde. Kartons, die sofort geöffnet werden müssen, bekommen ein auffälliges Zeichen. Wenn Sie das Packen ganz abgeben möchten, übernimmt es unser Packservice samt Material und Beschriftungssystem.
- Zielzimmer groß und gut lesbar aufschreiben
- Inhalt in Stichworten ergänzen, etwa Küche Töpfe
- Laufende Nummer vergeben und notieren
- Oberseite und eine Längsseite beschriften
- Farbpunkt oder Klebeband je Zimmer verwenden
- Zerbrechliches deutlich markieren
- Sofort-Kartons besonders kennzeichnen
Möbel zerlegen und Kleinteile sichern
Schrauben, Dübel und Winkel kommen in einen Beutel, der Beutel mit Klebeband direkt an das größte Teil des jeweiligen Möbels. Eine Kiste mit allen Schrauben aller Möbel klingt ordentlich, führt am Zielort aber zuverlässig zum Sortierdrama. Fotografieren Sie vor dem Zerlegen den Aufbau und die Rückwandbefestigung.
Kabel werden ebenfalls fotografiert, bevor sie abgezogen werden. Ein Bild der Rückseite von Fernseher oder Router spart am neuen Ort viel Ratearbeit. Rollen Sie jedes Kabel einzeln auf und binden Sie es, lose Kabel verknoten sich im Karton in Minuten.
Schranktüren und Schubladen sichern Sie mit Stretchfolie oder Gurten, ausgeräumt und nicht befüllt. Lattenroste werden zusammengerollt und gebunden, Bettbeschläge kommen in den Beutel am Rahmen. Den Auf- und Abbau übernehmen wir auf Wunsch komplett, siehe Möbelmontage.
Was nicht in den Umzugswagen darf
Gefahrgut hat im Laderaum nichts verloren. Dazu zählen Spraydosen, Farben, Lacke, Lösungsmittel, Gasflaschen, Benzinkanister und Grillanzünder. Im Sommer heizt sich ein geschlossener Laderaum stark auf, und genau dann werden Druckbehälter zum Problem. Reste dieser Art gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in den Karton.
Ebenfalls nicht in den LKW gehören Dinge, deren Verlust weh tut oder deren Wert schwer nachweisbar ist: Bargeld, Schmuck, Ausweise, Verträge, Laptops mit wichtigen Daten und Medikamente. Diese Sachen fahren im eigenen Auto oder in der Tasche mit. Pflanzen überstehen die Fahrt im Hochsommer und bei Frost oft schlecht, deshalb sind sie im eigenen Fahrzeug besser aufgehoben.
- Spraydosen, Farben, Lacke und Lösungsmittel
- Gasflaschen, Benzin, Spiritus, Grillanzünder
- Offene Flüssigkeiten und Chemikalien
- Bargeld, Schmuck, Ausweise, wichtige Verträge
- Medikamente und alles, was gekühlt werden muss
- Pflanzen bei Hitze oder Frost
- Verderbliche Lebensmittel aus Kühlschrank und Tiefkühler
Selbst packen oder packen lassen?
Gerechnet für eine Zweizimmerwohnung mit rund 25 Kubikmetern und etwa 40 Kartons.
In Eigenregie
Zeitaufwand 15 bis 20 Stunden über mehrere Abende
Kosten ab 104 € Material bei 40 Kartons zu 2,60 €
- Sie entscheiden bei jedem Stück, ob es mitkommt
- Aussortieren und Packen laufen in einem Durchgang
- Die Qualität schwankt, je später der Abend
- Zerbrechliches braucht Übung und viel Papier
- Kartons und Kleiderboxen müssen selbst besorgt werden
Mit unserem Team
Zeitaufwand Zwei Packhelfer schaffen die Wohnung meist an einem Tag
Kosten 36 € je Stunde für zwei Helfer, Material getrennt
- Einheitliche Kartongrößen, dadurch stapelbare Ladung
- Beschriftungssystem nach Zimmern von Anfang an
- Geschirr und Glas werden nach fester Methode gepolstert
- Auf Wunsch nur die Küche oder nur das Zerbrechliche
- Ausräumen der Schränke inbegriffen
Fazit: Wer Zeit hat und gern selbst sortiert, packt günstiger. Wer berufstätig ist, Kinder hat oder kurzfristig raus muss, kauft mit acht Stunden Packservice zu 36 Euro je Stunde vor allem Ruhe ein. Eine Mischung funktioniert gut: Sie packen Kleidung, Bücher und Deko, wir übernehmen Küche und Zerbrechliches.
Stücke, die eine eigene Behandlung brauchen
Für diese Dinge gelten andere Regeln als für den normalen Karton.
Weinsammlung oder volle Vorratskammer
Flaschen fahren stehend in stabilen Kartons mit Trennstegen, höchstens zwölf Stück je Kiste. Wein reagiert empfindlich auf Hitze, im Hochsommer sollte er zuletzt geladen und zuerst ausgeladen werden. Angebrochene Flaschen und offene Vorräte bleiben zurück.
Aquarium oder Terrarium
Becken werden immer leer transportiert, Wasser und Kies müssen vorher raus. Die Tiere fahren in Transportbehältern im eigenen Auto mit, nicht im Laderaum. Planen Sie einen halben Tag zusätzlich ein, das lässt sich nicht beschleunigen.
Waschmaschine und Trockner
Vor dem Transport muss das Restwasser über den Ablaufschlauch raus, und die Trommel wird mit den Transportsicherungen fixiert. Fehlen die Schrauben, wird es riskant, weil die Trommel im Gehäuse schlägt. Ersatz gibt es meist beim Hersteller, das braucht aber Vorlauf.
Zimmerpflanzen im Hochsommer
Große Pflanzen fahren am besten in Wannen oder Kartons mit hochgezogenem Rand, damit die Erde bleibt, wo sie hingehört. Bei über 25 Grad oder bei Frost gehören sie ins eigene Fahrzeug und nicht in den Laderaum. Gießen Sie zwei Tage vorher, nicht am Umzugstag.
Tresor oder schwere Einzelstücke
Alles über 100 Kilo müssen wir vorher wissen, weil dafür Rollen, Gurte und mehr Leute nötig sind. Sagen Sie Gewicht, Etage und Treppenbreite bei der Besichtigung an. In engen Altbautreppenhäusern ist manchmal der Möbellift für 260 Euro je Halbtag die einzige Lösung.
Fragen zu: Richtig packen
Darf Kleidung im Schrank bleiben?
Hängende Kleidung kommt am besten in eine Kleiderbox, dort bleibt sie auf dem Bügel und knitterfrei. Gefaltete Wäsche kann in Kommodenschubladen bleiben, wenn die Kommode leicht genug bleibt und die Schubladen gesichert werden. Schwer beladene Schränke werden dagegen ausgeräumt, sonst reißen Beschläge und Böden.
Wie bereite ich den Kühlschrank vor?
Etwa 24 Stunden vor dem Umzug abschalten, abtauen und trocken wischen, sonst läuft Wasser in den Wagen. Transportiert wird stehend, und nach dem Aufstellen sollte das Gerät einige Stunden ruhen, bevor es wieder ans Netz geht. Die Türen fixieren Sie mit Klebeband oder Gurt.
Wie viel Klebeband und Papier brauche ich?
Für dreißig bis vierzig Kartons sollten Sie mit vier bis sechs Rollen breitem Paketband und einem Paket Packpapier rechnen. Zeitungspapier geht auch, färbt aber auf hellem Porzellan ab. Zwei Marker in kräftigem Schwarz reichen für einen kompletten Haushalt.
Wer haftet, wenn in einem selbst gepackten Karton etwas zerbricht?
Bei selbst gepackten Kartons ist der Inhalt für uns nicht einsehbar, deshalb lässt sich die Ursache im Schadensfall schwer belegen. Wir haften im gesetzlichen Rahmen für den Transport, ein Packfehler im Inneren liegt außerhalb unseres Einflusses. Melden Sie sichtbare Schäden am besten sofort und halten Sie sie schriftlich fest.
Lohnt sich Luftpolsterfolie oder reicht Papier?
Für Geschirr, Gläser und Vasen reicht Packpapier in ausreichender Menge in den meisten Fällen aus. Luftpolsterfolie lohnt bei Elektronik, Bildschirmen und empfindlichen Kanten. Handtücher und Bettwäsche sind ohnehin dabei und ersetzen einen Teil des Materials.
Wann sollte ich mit dem Packen anfangen?
Drei bis vier Wochen vor dem Termin mit Keller, Dachboden und Vorräten. In der letzten Woche folgt alles, was noch benutzt wird, und am Vorabend nur noch die Kiste für die erste Nacht. Wer erst am Wochenende davor beginnt, packt hektisch, und hektisch gepackte Kartons sind die schweren.
Steht der Termin schon fest?
Über „Richtig packen" hinaus zählt am Ende Ihre eigene Zahl: Nennen Sie uns beide Adressen mit Etage und den Wunschtermin, alles Weitere klären wir bei der Besichtigung.