Angebote sauber gegenüberstellen
Umzugsunternehmen vergleichen: drei Angebote richtig lesen
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn allen Anbietern dasselbe Volumen, dieselben Etagen und dieselben Zusatzleistungen genannt wurden. Lesen Sie danach die Positionen einzeln statt nur die Endsumme. Fehlt eine Position im Papier, fehlt sie selten aus Versehen, sondern erscheint später auf der Rechnung.
- Allen Anbietern dieselben Angaben geben: Kubikmeter, Etagen, Aufzug, Tragestrecke
- Jede Position einzeln nebeneinanderlegen statt nur die Summen
- Stundensatz und Pauschale über die erwartete Dauer umrechnen
- Vorkasse, fehlendes Impressum und mündliche Preise sind Warnsignale
- Haftungsrahmen und Fristen für Schadensmeldungen vorher klären
Zahlen, an denen sich der Vergleich festmachen lässt
- 3
- Angebote als Vergleichsbasis
- mehr bringt selten neue Erkenntnis
- 12 Std.
- Umschlagpunkt bei drei Zimmern
- 940 € Pauschale geteilt durch 78 € je Stunde
- 620 €
- Haftungsrahmen je Kubikmeter Laderaum
- gesetzlicher Regelfall im Umzugsvertragsrecht
- 14 Tage
- Frist für verdeckte Schäden
- schriftlich nach der Ablieferung
- 0 €
- Besichtigung vor Ort
- in ganz Berlin, ohne Auftragspflicht
- 2 Std.
- Mindestdauer im Stundenmodell
- danach halbe Stunden
Alle Anbieter brauchen denselben Sachstand
Unterschiedliche Summen entstehen häufig nicht durch unterschiedliche Preise, sondern durch unterschiedliche Annahmen. Nennt ein Anbieter 22 Kubikmeter und der zweite rechnet mit 30, liegen zwischen beiden Angeboten zwei Stunden Arbeit und eine Fahrzeuggröße. Sie vergleichen dann zwei verschiedene Umzüge.
Schicken Sie deshalb an jeden Betrieb denselben Text mit denselben Angaben. Am belastbarsten wird die Grundlage, wenn jemand die Wohnung ansieht und das Volumen aufnimmt. Unsere Besichtigung vor Ort ist kostenlos und verpflichtet zu nichts, sie dauert in einer Zweizimmerwohnung etwa zwanzig Minuten.
Ein Beispiel aus Friedrichsfelde: 62 Quadratmeter, dritter Stock ohne Aufzug, rund 26 Kubikmeter, Ziel ist Karlshorst im Erdgeschoss. Wer diese vier Angaben in jede Anfrage schreibt, bekommt drei Angebote, die sich tatsächlich gegenüberstellen lassen.
- Volumen in Kubikmetern oder Zimmerzahl mit Quadratmetern
- Etage an beiden Adressen und ob ein Aufzug vorhanden ist
- Entfernung vom möglichen Halteplatz bis zur Haustür
- Sperrige Stücke: Klavier, Tresor, Aquarium, Kühlkombination
- Wer packt, wer baut ab, wer baut wieder auf
- Ob Keller, Dachboden oder Garage mitkommen
Positionen einzeln lesen statt Endsummen
Ein brauchbares Angebot listet auf, wofür das Geld fließt. Steht dort nur eine Zahl, lässt sich weder prüfen noch nachverhandeln. Bitten Sie in diesem Fall um eine Aufschlüsselung, das ist keine unhöfliche Bitte, sondern der Normalfall im Umzugsgeschäft.
Legen Sie die drei Papiere nebeneinander und gehen Sie Zeile für Zeile durch. Meist zeigt sich schnell, dass ein Anbieter das Verpackungsmaterial eingerechnet hat und ein anderer nicht, oder dass die Halteverbotszone nur bei einer Adresse gerechnet wurde. Bei uns kostet die Zone 89 Euro je Adresse und 168 Euro für beide zusammen, Antrag, Schilder, Aufstellung und Abbau sind darin enthalten.
Rechnen Sie die fehlenden Posten selbst dazu, bevor Sie urteilen. Ein Angebot über 620 Euro ohne Material und ohne Zone liegt am Ende über einem Angebot über 780 Euro, in dem 45 Leihkartons und eine Zone stecken.
- Teamgröße und Fahrzeuggröße, getrennt ausgewiesen
- Stundensatz oder Pauschale, dazu die Mindestdauer
- An- und Abfahrt: bei uns innerhalb Berlins ohne Aufpreis
- Halteverbotszone je Adresse
- Kartons und Kleiderboxen, gekauft oder gemietet
- Demontage und Montage, Küche gesondert
- Etagen- und Tragegeld, das bei uns nicht anfällt
- Mehrwertsteuer: alle Zahlen auf dieser Seite enthalten sie bereits
Stundenmodell und Pauschale auf denselben Nenner bringen
Beide Modelle sind seriös, sie verteilen nur das Risiko anders. Beim Stundenmodell zahlen Sie die tatsächliche Dauer, bei der Pauschale den vorher vereinbarten Betrag unabhängig davon, ob der Tag länger wird. Vergleichbar werden die beiden erst über den Umschlagpunkt.
So rechnen Sie ihn aus: Die Pauschale für drei Zimmer beginnt bei 940 Euro, ein Dreierteam mit LKW kostet 78 Euro je Stunde. 940 geteilt durch 78 ergibt gut zwölf Stunden. Schafft das Team den Umzug in acht Stunden, zahlen Sie im Stundenmodell 624 Euro und damit deutlich weniger. Zieht sich der Tag über zwölf Stunden hinaus, war die Pauschale günstiger.
Bei kleinen Aufträgen fällt die Rechnung anders aus. Zwei Helfer mit Transporter kosten 49 Euro je Stunde, die Mindestdauer beträgt zwei Stunden, danach wird in halben Stunden abgerechnet. Ein Kleinumzug über dreieinhalb Stunden kostet also 171,50 Euro, während die Einzimmerpauschale bei 455 Euro startet. Alle Sätze stehen in der Preisübersicht.
Warnsignale, bei denen Sie nicht unterschreiben
Die meisten Ärgernisse kündigen sich vorher an. Auffällig ist selten der Preis selbst, sondern die Art, wie er zustande kommt und wie er festgehalten wird.
Eine kleine Anzahlung für Material oder für die beantragte Zone ist üblich und nachvollziehbar. Die vollständige Summe vor dem ersten Handgriff zu verlangen, ist es nicht. Ebenso wenig gehört eine Nachforderung auf den Umzugstag, bei der das Fahrzeug voll vor der neuen Wohnung steht und erst nach zusätzlicher Zahlung entladen wird.
- Die gesamte Summe soll vor dem Umzugstag im Voraus fließen
- Ein Festpreis wird genannt, ohne dass jemand Volumen oder Etagen kennt
- Auf der Website fehlen Impressum, Anschrift oder Festnetznummer
- Der Preis steht nur in einer Sprachnachricht oder in einem Chat
- Das Angebot gilt angeblich nur bis zum Abend
- Barzahlung wird verlangt, eine Rechnung soll es nicht geben
- Die Mehrwertsteuer ist nirgends ausgewiesen
- Der Betrieb nennt keine Betriebshaftpflicht und keinen Versicherungsrahmen
Fünf Fragen, die den Unterschied zeigen
Ein kurzes Telefonat trennt die Angebote oft schneller als jede Tabelle. Wer die Antworten ohne Zögern gibt, hat den Auftrag durchdacht.
Notieren Sie sich die Antworten stichpunktartig und lassen Sie sich das Wesentliche danach schriftlich bestätigen. Eine Bestätigung per E-Mail genügt, sie muss nicht formell aussehen, sondern nur den vereinbarten Inhalt festhalten.
- Wer steht am Umzugstag vor der Tür: eigene Leute oder ein Subunternehmen
- Wie gerechnet wird, wenn der Umzug über die eingeplante Zeit hinausgeht
- Wie wird abgerechnet, wenn Sie kurzfristig weniger mitnehmen
- Wer beantragt die Halteverbotszone und wer stellt die Schilder auf
- Wie melde ich einen Schaden und an welche Adresse
Haftung, Versicherung und die Fristen danach
Für gewerbliche Umzüge gilt das Umzugsvertragsrecht im Handelsgesetzbuch. Die Haftung ist dort in der Regel auf 620 Euro je Kubikmeter Laderaum begrenzt, der für die Sendung benötigt wird. Für den Alltag heißt das: Standardmöbel sind ausreichend abgedeckt, einzelne sehr wertvolle Stücke nicht automatisch.
Wichtig sind die Fristen nach der Ablieferung. Von außen erkennbare Schäden sprechen Sie am besten sofort an und halten sie schriftlich fest, verdeckte Schäden melden Sie in der Regel innerhalb von 14 Tagen schriftlich. Wie Sie dabei vorgehen und welche Fotos helfen, steht im Ratgeber Umzugsschaden melden.
Packen Sie selbst, ist der Inhalt der Kartons ein eigener Punkt. Für zerbrechliche Dinge, die niemand vom Betrieb gesehen hat, lässt sich später schwer klären, ob die Verpackung oder der Transport ursächlich war. Bei Instrumenten lohnt eine gesonderte Absprache, dazu mehr unter Klaviertransport.
Lohnt sich der Dreifachvergleich bei Ihnen?
Der Aufwand rechnet sich nicht bei jedem Auftrag. Diese Einordnung spart Ihnen den Weg über drei Termine, wenn er nichts bringt.
Ihr Umzugsgut liegt über 20 Kubikmetern
Der Termin liegt mindestens drei Wochen in der Zukunft
Küche, Klavier oder ein Möbellift sind im Spiel
Das Jobcenter verlangt ohnehin mehrere Kostenvoranschläge
Sie wollen die Rechnung später steuerlich nutzen
Sie brauchen zwei Helfer für drei Stunden
Der Umzugstag liegt in vier Tagen
Es geht um wenige Kartons, ein Bett und einen Schrank
Die erwartete Summe liegt unter 200 Euro
Bei kleinen Aufträgen genügt eine kurze Aufstellung mit Volumen und Etagen, dann steht die Zahl noch am selben Tag. Angebot anfordern
Wenn der Vergleich hakt
Diese Situationen tauchen im Alltag regelmäßig auf und lassen sich mit einer klaren Nachfrage lösen.
Der Anbieter nennt einen Festpreis, ohne die Wohnung zu kennen
Fragen Sie nach, mit welchem Volumen kalkuliert wurde und was passiert, wenn es mehr wird. Steht dazu nichts im Papier, ist der Festpreis nur eine Hausnummer. Ein sauberer Festpreis nennt immer die Menge, auf die er sich bezieht.
Zwei Angebote sind gleich, eines rechnet Etagenzuschläge dazu
Zählen Sie die Zuschläge einmal komplett durch, dritter Stock ohne Aufzug an beiden Adressen summiert sich schnell. Bei uns entfallen Etagen- und Tragegeld, die Etage steckt in der kalkulierten Dauer. Damit fällt der Vergleich anders aus als es die Grundpreise vermuten lassen.
Die Firma vermittelt nur und schickt einen fremden Betrieb
Klären Sie schriftlich, wer Ihr Vertragspartner ist und an wen ein Schaden gemeldet wird. Vermittlung ist zulässig, sie darf aber nicht dazu führen, dass am Umzugstag niemand zuständig ist. Bestehen Sie auf dem Namen des ausführenden Betriebs.
Das Angebot läuft angeblich heute Abend ab
Zeitdruck ist ein Verkaufsmittel, kein Kalkulationsgrund. Ein Preis, der auf Volumen und Dauer beruht, gilt üblicherweise mehrere Wochen. Lassen Sie sich die Gültigkeit mit Datum bestätigen und entscheiden Sie danach in Ruhe.
Der günstigste Anbieter meldet sich vor dem Termin nicht mehr
Setzen Sie eine kurze schriftliche Frist für die Bestätigung des Termins. Bleibt sie ungenutzt, halten Sie das zweite Angebot bereit. Ein Umzugstag mit Schlüsselübergabe verträgt keine offene Zusage.
Fragen zu: Angebote vergleichen
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Drei Angebote reichen in fast allen Fällen aus. Sie zeigen die Bandbreite im Markt, ohne dass der Aufwand für Termine und Rückfragen den Nutzen auffrisst. Ab dem vierten Angebot wiederholen sich die Zahlen meist nur noch.
Ist das günstigste Angebot automatisch das schlechteste?
Nein, ein niedriger Preis ist kein Mangel. Kritisch wird es erst, wenn im niedrigen Angebot Positionen fehlen, die im Alltag ohnehin anfallen. Rechnen Sie Material, Zone und realistische Dauer dazu und vergleichen Sie erst dann.
Kann ich ein Angebot noch ändern, wenn ich weniger mitnehme?
Im Stundenmodell wirkt sich weniger Volumen direkt aus, weil weniger Ladezeit anfällt. Bei einer Pauschale sollten Sie die Änderung vor dem Termin melden, damit die Kalkulation angepasst werden kann. Sagen Sie kurz Bescheid, sobald sich der Umfang deutlich verkleinert.
Was ist ein realistischer Stundenansatz für zwei Zimmer?
Für rund 25 Kubikmeter ohne Aufzug an einer Adresse sind fünf bis sieben Stunden im Dreierteam ein üblicher Rahmen. Tragestrecke, Etage und der Zustand der Verpackung verschieben das spürbar. Wer vollständig gepackt hat, spart erfahrungsgemäß die meiste Zeit.
Muss der Anbieter zur Besichtigung kommen?
Zwingend ist es nicht, hilfreich schon. Bei einem Kleinumzug genügen oft ein paar Fotos und eine Liste der großen Stücke. Ab etwa 20 Kubikmetern oder bei Küche, Klavier und engen Treppenhäusern wird ein Termin vor Ort deutlich genauer.
Wie erkenne ich, ob ein Betrieb wirklich in Berlin sitzt?
Im Impressum stehen Anschrift, Rechtsform und eine erreichbare Nummer. Rufen Sie einmal während der Bürozeiten an und fragen Sie nach dem Standort. Unser Büro liegt in der Siegfriedstraße 53 in 10365 Berlin und ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr besetzt.
Steht der Termin schon fest?
Über „Angebote vergleichen" hinaus zählt am Ende Ihre eigene Zahl: Nennen Sie uns beide Adressen mit Etage und den Wunschtermin, alles Weitere klären wir bei der Besichtigung.